Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud
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MARISOL UND GÉRARD J. CORBOUD

Lange Zeit lebte der Schweizer Gérard J. Corboud (* 18.5.1925, † 5.3.2017) mit seiner Frau Marisol, einer gebürtigen Kölnerin, in der Domstadt. Im März 2001 gab das Stifter-Ehepaar seine hochkarätige Sammlung von über 170 Gemälden, vor allem Werke des Impressionismus und Neoimpressionismus, als „ewige Leihgabe“ zugunsten des Wallraf-Richartz-Museums in die Obhut der Stadt Köln.

Gérard J. Corboud hatte sich aber schon vor seiner Stiftungsgabe um das Museum verdient gemacht: Seit der Gründung der „Kuratorium- und Förderergesellschaft des Wallraf-Richartz-Museums und Museum Ludwig e.V.“ zählt er zu dessen Mitgliedern. Auch durch seine Zugehörigkeit zum „Stifterrat des Wallraf-Richartz-Museums“ ließ der Kunstliebhaber dem Museum großzügige Unterstützung zuteilwerden.

EIN LEBEN MIT UND FÜR DIE KUNST

Zeit seines Lebens galt die große Leidenschaft Gérard J. Corbouds der Kunst. Bereits in jungen Jahren nutzte der spätere Unternehmer die Gelegenheit, auf seinen zahlreichen Reisen den Museen vor Ort Besuche abzustatten. Eine besondere Vorliebe entwickelte er dabei für die Malerei der Impressionisten und Postimpressionisten, zunehmend übten vor allem die Neoimpressionisten eine große Faszination auf ihn aus. Aus der Begeisterung für die reine Betrachtung dieser Werke erwuchs in den späten 1970er-Jahren schließlich der Wunsch, Gemälde dieser Stilrichtungen auch zu erwerben. Mit diesem Gedanken war der Grundstein zum Aufbau einer privaten Sammlung gelegt: Die „Sammlung Corboud“ entstand.

Die vielen in Köln verlebten Jahre und eine langjährige Verbundenheit mit dem Mutterhaus aller Kölner Museen haben das Sammlerehepaar im Jahr 2001 dazu bewogen, sich für das Wallraf-Richartz-Museum als neue Heimat seiner Bilder zu entscheiden. Als Dank und zu Ehren der beiden Stifter trägt das Haus seither in seinem Namen den Zusatz „Fondation Corboud“.

Gérard J. Corboud selbst starb am 5. März 2017 im Alter von 91 Jahren in seiner Heimatstadt Fribourg und hinterließ damit dem Wallraf seine Fondation Corboud.

DIE FONDATION CORBOUD

In der Fondation Corboud treten den großen Meistern des Impressionismus wie Auguste Renoir, Claude Monet, Alfred Sisley und anderen auch die wichtigen Wegbereiter der Moderne zur Seite, namentlich Paul Cézanne, Paul Gauguin und Vincent van Gogh. In der Zusammenschau bieten die Sammlungsbestände des Wallraf-Richartz-Museums und der Fondation Corboud dem Besucher einen nahezu lückenlosen Überblick über die Geschichte der Malerei von 1870 bis zum Vorabend des Zweiten Weltkriegs.

  • Camille Pissarro (Saint Thomas 1830 – 1903 Paris): Obstgarten in Pontoise bei Sonnenuntergang, 1878. Öl auf Leinwand, 46,7 x 55,2 cm. Fondation Corboud, WRM Dep. FC 712. Foto: Rheinisches Bildarchiv Köln
    Camille Pissarro (Saint Thomas 1830 – 1903 Paris): Obstgarten in Pontoise bei Sonnenuntergang, 1878. Öl auf Leinwand, 46,7 x 55,2 cm. Fondation Corboud, WRM Dep. FC 712. Foto: Rheinisches Bildarchiv Köln
  • Berthe Morisot (Bourges 1841 – 1895 Paris): Boote auf der Seine, um 1879/1880. Öl auf Leinwand, 25,5 x 50 cm. Fondation Corboud, WRM Dep. FC 615. Foto: Rheinisches Bildarchiv Köln
    Berthe Morisot (Bourges 1841 – 1895 Paris): Boote auf der Seine, um 1879/1880. Öl auf Leinwand, 25,5 x 50 cm. Fondation Corboud, WRM Dep. FC 615. Foto: Rheinisches Bildarchiv Köln
  • Gustave Caillebotte (Paris 1848 – 1894 Petit-Gennevilliers): Die Ebene von Gennevilliers, gelbe Felder, 1884. Öl auf Leinwand, 54 x 64,7 cm. Fondation Corboud, WRM Dep. FC 561. Foto: Rheinisches Bildarchiv Köln
    Gustave Caillebotte (Paris 1848 – 1894 Petit-Gennevilliers): Die Ebene von Gennevilliers, gelbe Felder, 1884. Öl auf Leinwand, 54 x 64,7 cm. Fondation Corboud, WRM Dep. FC 561. Foto: Rheinisches Bildarchiv Köln
  • Vincent van Gogh (Groot Zundert 1853 – 1890 Auvers-sur-Oise): Bauernkate in Nuenen, 1885. Öl auf Leinwand über Holz, 35 x 47,2 cm. Fondation Corboud, WRM Dep. FC 665. Foto: Rheinisches Bildarchiv Köln
    Vincent van Gogh (Groot Zundert 1853 – 1890 Auvers-sur-Oise): Bauernkate in Nuenen, 1885. Öl auf Leinwand über Holz, 35 x 47,2 cm. Fondation Corboud, WRM Dep. FC 665. Foto: Rheinisches Bildarchiv Köln
  • Paul Signac (Paris 1863 – 1935 Paris): Capo di Noli, 1898, Öl auf Leinwand. 93,5 x 75 cm. Fondation Corboud, WRM Dep. FC 682. Foto: Rheinisches Bildarchiv Köln
    Paul Signac (Paris 1863 – 1935 Paris): Capo di Noli, 1898, Öl auf Leinwand. 93,5 x 75 cm. Fondation Corboud, WRM Dep. FC 682. Foto: Rheinisches Bildarchiv Köln
  • Auguste Renoir Limoges (1841 – 1919 Cagnes): Jean Renoir nähend, 1900. Öl auf Leinwand, 55 x 46 cm. Fondation Corboud, WRM Dep. FC 680. Foto: Rheinisches Bildarchiv Köln
    Auguste Renoir Limoges (1841 – 1919 Cagnes): Jean Renoir nähend, 1900. Öl auf Leinwand, 55 x 46 cm. Fondation Corboud, WRM Dep. FC 680. Foto: Rheinisches Bildarchiv Köln
  • Maximilien Luce (Paris 1858 – 1941 Paris): Notre-Dame, Ansicht vom Quai Saint-Michel aus, 1901–1904. Öl auf Leinwand, 101 x 118,8 cm. Fondation Corboud, WRM Dep. FC 692. Foto: Rheinisches Bildarchiv Köln
    Maximilien Luce (Paris 1858 – 1941 Paris): Notre-Dame, Ansicht vom Quai Saint-Michel aus, 1901–1904. Öl auf Leinwand, 101 x 118,8 cm. Fondation Corboud, WRM Dep. FC 692. Foto: Rheinisches Bildarchiv Köln
  • Kees van Dongen (Delfshaven 1877 – 1968 Monte Carlo): Haus in Fleury (La maison à Fleury), 1905. Öl auf Leinwand, 55,9 x 45,7 cm. Fondation Corboud, WRM Dep. FC 661. Foto: Rheinisches Bildarchiv Köln
    Kees van Dongen (Delfshaven 1877 – 1968 Monte Carlo): Haus in Fleury (La maison à Fleury), 1905. Öl auf Leinwand, 55,9 x 45,7 cm. Fondation Corboud, WRM Dep. FC 661. Foto: Rheinisches Bildarchiv Köln
  • Henri Edmond Cross (Douai 1856 – 1910 Saint-Clair): Die Lichtung (La clairière), 1906–1907. Öl auf Leinwand, 162 x 131 cm. Fondation Corboud, WRM Dep. FC 660. Foto: Rheinisches Bildarchiv Köln
    Henri Edmond Cross (Douai 1856 – 1910 Saint-Clair): Die Lichtung (La clairière), 1906–1907. Öl auf Leinwand, 162 x 131 cm. Fondation Corboud, WRM Dep. FC 660. Foto: Rheinisches Bildarchiv Köln

„EIN MUSEUM DARF NIE STATISCH SEIN!“

Gérard J. Corboud vertrat die Ansicht, dass „ein Museum nie statisch sein darf. Das Haus muss leben und deshalb viele seiner Schätze bisweilen im Depot haben oder auf Reisen“. Diesem Prinzip entsprechend waren zahlreiche Werke der Fondation Corboud von ihrem Einzug ins Museum bis heute als Botschafter für Köln in der Welt unterwegs. Zu Gast waren die Bilder unter anderem in Amsterdam, Aomori, La Coruña, Florenz, New York, Paris, Rotterdam, Turku, Vigo, Washington oder Wien.