
Augenblicke und Fiktionen
Johann Anton de Peters im Paris der Aufklärung
Eine Ausstellung im Graphischen Kabinett
Information
Augenblicke und Fiktionen
Augenblicke und Fiktionen
Johann Anton de Peters im Paris der Aufklärung
15. Juni – 2. September 2012 (Graphisches Kabinett)
Der in Köln geborene Johann Anton de Peters (1725–1795) arbeitete fast ein halbes Jahrhundert in Paris. Wie viele ausländische Künstler verließ er die Metropole während der Französischen Revolution und kehrte 1791 in die Domstadt zurück. Aus dem Nachlass des Künstlers besitzt das Wallraf mehr als 680 in Paris entstandene Zeichnungen. Es handelt sich vor allem um Entwürfe und Studien in verschiedenen Techniken. Sie wurden teils mit Feder und Pinsel, teils mit Natur- und Pastellkreiden ausgeführt. Peters arbeitete dabei oft auf farbigen Papieren.
Der Reiz dieser Zeichnungen besteht im Momenthaften der Darstellung sowie im Kontrast zwischen sorgfältig ausgeführten Details und skizzenhaft angelegten Partien. Manche der nach dem Modell entstandenen Studien dienten de Peters später zur Vorbereitung von Historiengemälden. Bei anderen Blättern lässt sich mitunter kaum entscheiden, ob der Zeichner eine alltägliche Situation beobachtet oder für eine geplante Genreszene frei erfunden hat. Eine Auswahl von Blättern französischer Zeichner lenkt den Blick auf das künstlerische Umfeld, in dem sich Peters zwischen 1744 und 1791 in Paris bewegte. Wie andere Künstler auch orientierte er sich besonders an François Boucher und Jean-Baptiste Greuze, die in ganz Europa als Vorbilder angesehen wurden.
Die Ausstellung und das Katalogheft wurden unter Leitung des Berliner Kunsthistorikers Gerrit Walczak mit Studierenden des Kunsthistorischen Instituts der Universität zu Köln erarbeitet.
Programm
Programm de Peters
Programm im Rahmen der Ausstellung
Anton de Peters im Paris der Aufklärung:
Ein entlaufener Kölner aus französischer Perspektive
Donnerstag 14.06.2012, 19 Uhr
Stiftersaal im Wallraf
Als Anton de Peters während der Französischen Revolution in seine Geburtsstadt Köln zurückkehrte, lag fast ein halbes Jahrhundert als Maler, Zeichner und Musikverleger in Paris hinter ihm. Er hatte für den Pariser Kunstmarkt gearbeitet, sich mit der französischen Kunst von François Boucher bis Jean-Baptiste Greuze auseinandergesetzt und den Salon du Colisée organisiert. Besonders die Zeichnungen Anton de Peters’ lassen den französischen Kontext, in dem sie entstanden, unmittelbar hervortreten. Der Vortrag unternimmt deshalb die überfällige Einordung dieses entlaufenen Kölners in die französische Kunstgeschichte und betrachtet die Position, die Anton de Peters und andere Künstler aus Deutschland im Paris der Aufklärung einnahmen.
Dr. Gerrit Walczak hat zur Zeit eine Gastprofessur an der Ruhr-Universität Bochum inne.
Die Reihe KunstBewusst wird von den Freunden des Wallraf-Richartz-Museums und des Museums Ludwig e.V. und der Fritz Thyssen Stiftung veranstaltet.
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