
Vincent van Gogh: Schuhe
Ein Bild zu Gast
Laufzeit verlängert bis zum 31. Januar 2010!
Information
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Vincent van Gogh: Schuhe
Verschlissen, zerbeult und ausgelatscht, so sehen die wohl meist diskutierten Schuhe der Kunstgeschichte aus: Ein Paar schwarze Stiefel, 1886 von Vincent van Gogh in Paris gemalt, nicht wissend, welchen intensiven philosophischen Diskurs er damit entfachen würde. Bis heute streiten Gelehrte anhand des Bildes über die Funktion von Kunst, den Nutzen der Interpretation und die Natur des Seins. Den Anfang machte Martin Heidegger mit seinem Essay „Der Ursprung des Kunstwerkes". In den darauf folgenden Jahren bezogen unter anderem der Kunsthistoriker Meyer Schapiro und der Philosoph Jacques Derrida zu den Schuhen van Goghs Stellung.
Betrachten, Mitdenken und Diskutieren
Das Wallraf präsentiert nun dieses eine Gemälde in einem eigenen Ausstellungsraum, flankiert von einer allgemein verständlichen Aufbereitung des spannenden Diskurses. Vom 17. September 2009 bis zum 10. Januar 2010 lädt das Museum alle Besucher zum Betrachten, Mitdenken und Diskutieren ein und öffnet damit die wissenschaftliche Auseinandersetzung für jedermann. Die Idee zur Ausstellung stammt von Geoffrey Batchen, Professor an der City University of New York. Der gebürtige Australier fasst den langjährigen Diskurs in seinem Buch „Van Goghs Schuhe – Ein Streitgespräch“ (Seemann Verlag) auf höchst kurzweilige und informative Art und Weise zusammen.
Heidegger, Schapiro und Derrida
Mitte der 1930er Jahre nimmt der deutsche Philosoph Martin Heidegger in einer Vorlesungsreihe als erster zu van Goghs Schuhen Stellung. Am Beispiel des Gemäldes stellt er die Frage nach dem Wesen des Kunstwerks. Darauf antwortet viele Jahre später im Jahre 1968 der US-amerikanische Kunsthistoriker Meyer Schapiro mit einer scharfen Replik. Er wirft Heidegger vor, das Gemälde ohne jede kunstwissenschaftliche Methodik analysiert zu haben. Schapiro kommt zu dem Schluss, dass diese Schuhe biographisch zu verstehen seien, als ein Selbstporträt van Goghs. Zehn Jahre später meldet sich der französische Philosoph Jacques Derrida zu Wort. Er deckt die Motivationen dieser beiden grundverschiedenen Positionen auf. Die Biografien Heideggers und Schapiros hätten ihre jeweilige Sicht auf das Bild bestimmt. Zudem seien ihre Interpretationen zu sehr von der Frage geprägt, wem diese gemalten Schuhe gehörten. Derrida unterwandert die Strategien beider, sowohl die des Philosophen als auch die des Kunsthistorikers. Er zieht der Frage selbst den Boden unter den Füßen weg und eröffnet völlig neue Blicke auf das Bild.
Das Buch zur Ausstellung
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Buch zur Ausstellung
Van Goghs Schuhe – Ein Streitgespräch
von Prof. Geoffrey Batchen
47 Seiten – Paperback – 9,90 Euro (Deutsche und Englische Ausgabe)
2009, Seemann Verlag
ISBN Nummer: 978-3-86502-217-2
Das Buch ist in deutscher und englischer Sprache erhältlich und kann über den Museumshop erworben werden.
Cedon Museumsshop im Wallraf
Tel.: +49 (0) 221 277-98957
wallraf(at)cedon.de
www.cedon.de
Vortrag
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What of Shoes? Van Gogh and Art History
von Prof. Geoffrey Batchen
Donnerstag, 17. September 2009
um 19 Uhr im Stiftersaal des Wallraf (I. OG)
Englischsprachiger Vortrag im Rahmen der Reihe KunstBewusst
Dieser Vortrag – und auch die mit ihm verbundene Ausstellung im Wallraf – konzentriert sich auf ein einziges Gemälde des niederländischen Künstlers Vincent van Gogh, betitelt “Schuhe”. Ende 1886 in Paris gemalt und oft lediglich als eine Studie verstanden, hat es nichtsdestotrotz im letzten Jahrhundert für große Diskussion unter Kunsthistorikern und Philosophen gesorgt. Es wurde zu einem Zentrum einer Reihe von Argumenten über die Funktion der Kunst, die Rolle der Interpretation und nicht zuletzt die Natur des Seins. In der Konsequenz wurde dieses kleine, zunächst scheinbar simple Gemälde eine der bedeutsamsten Arbeiten in der Geschichte der Kunstgeschichte.
Prof. Geoffrey Batchen lehrt Geschichte der Fotografie sowie zeitgenössische Kunst an der City University of New York. Er ist Experte auf dem Gebiet der Fotografie und visueller Medien.
Gemeinsam veranstaltet mit der Fritz Thyssen Stiftung.
Führungen
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Führungen des Museumsdienst Köln
- Philosophischer Diskurs
für Erwachsene und Schüler der Sek II.
- Interaktive Führung
mit Methoden von der freien Assoziaton bis hin zum kreativen Schreiben
für Schüler der Primarstufe und Sek I.
Buchung von Führungen & Anmeldung von Gruppenführungen beim Museumsdienst Köln
Telefonische Beratung:
Schulklassen: Tel 0221/221-23468
Erwachsene: Tel 0221/221-27380
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