Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud
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VINCENT VAN GOGH

Nach erfolgloser Tätigkeit als Kunsthändler, Lehrer und Missionar wandte sich Vincent van Gogh (Zundert 1853 – 1890 Auvers-sur-Oise) der Kunst zu; zeitlebens war er dabei auf die finanzielle Unterstützung seines Bruders Theo, eines Angestellten im Kunsthandel, angewiesen.

In seiner frühen Periode, die auch van Goghs „dunkle Periode“ genannt wird, handelten seine Darstellungen vor allem vom bescheidenen Leben der unteren Bevölkerungsschichten. 1886 ging er nach Paris, wo er in Kontakt mit den Impressionisten kam; in dieser Phase gab er seine dunkeltonige Malerei zugunsten einer impressionistischen Malweise in helleren Farbtönen auf. 1888 ließ sich van Gogh in Arles nieder, wo er zeitweise eng mit Paul Gauguin zusammenarbeitete – eine Künstlergemeinschaft, die in einem heftigen Streit endete. In Arles gelangte van Gogh mehr und mehr zu einer ganz eigenen Kunstauffassung und einem sehr persönlichen Stil, der durch eine gesteigerte Farbigkeit gekennzeichnet ist.

Van Gogh litt unter nervösen Anfällen und begab sich 1889 in die psychatrische Klinik von Saint-Rémy. Am 29. Juli 1890 nahm er sich in Auvers-sur-Oise das Leben.

Van Gogh, ein Hauptmeister des Postimpressionismus, wandte als erster Künstler die Deformation der Form als künstlerisches Gestaltungsmittel zur Steigerung der Ausdruckskraft an. Durch sein Kunstschaffen kann er als ein Wegbereiter der Moderne angesehen werden, war er doch für Fauvisten wie Expressionisten das wohl wichtigste künstlerische Vorbild.