Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud

Nichts als
die Wirklichkeit


Als die Jury des Salons 1855 seine Werke ablehnte, stellte Courbet sie kurzerhand vor den Toren der Pariser Weltausstellung unter dem Titel „le réalisme“ aus. Courbet wandte sich gegen die damals vorherrschenden Strömungen des Klassizismus und der Romantik und beschränkte sich in seinen Bildern ganz auf die tatsächlich sichtbare Welt. In schmutzigen Farben und unter bewusster Missachtung sämtlicher akademischer Regeln führte er dem Publikum das alltägliche Leben vor Augen. Seine manchmal derbe Darstellung des Elends provozierte zum Teil heftige Kritik. Seine programmatische Kompromisslosigkeit zeigte Wirkung bis über die Grenzen Frankreichs hinaus: Courbet galt als Begründer des Realismus.

Ein bedeutendes Ereignis für die Verbreitung dieser neuen Auffassung war die erste Internationale Kunstausstellung 1869 in München. Dort wurden neben Werken von Courbet auch einige Arbeiten des jungen Akademieschülers Wilhelm Leibl gezeigt. Courbet – selbst kein Freund der deutschen Malerei – sah die Ausstellung und war von Leibls Werken so beeindruckt, dass er den Künstler persönlich besuchte. Der in seiner Heimat umstrittene Deutsche sollte erst in Paris die gewünschte Anerkennung erfahren.

  • Gustave Courbet (Ornans 1819 – 1877 La-Tour-de-Peilz): Meeresstrand, 1865. Öl auf Leinwand, 53,5 x 64 cm. Erworben 1956 als Geschenk der Gutehoffnungshütte, Oberhausen. WRM 2905. Foto: Rheinisches Bildarchiv Köln
    Gustave Courbet (Ornans 1819 – 1877 La-Tour-de-Peilz): Meeresstrand, 1865. Öl auf Leinwand, 53,5 x 64 cm. Erworben 1956 als Geschenk der Gutehoffnungshütte, Oberhausen. WRM 2905. Foto: Rheinisches Bildarchiv Köln
  • Wilhelm Leibl (Köln 1844 – 1900 Würzburg): Mädchen am Fenster, 1899. Öl auf Leinwand, 109 x 72,5 cm. Erworben 1928. WRM 1161. Foto: Rheinisches Bildarchiv Köln
    Wilhelm Leibl (Köln 1844 – 1900 Würzburg): Mädchen am Fenster, 1899. Öl auf Leinwand, 109 x 72,5 cm. Erworben 1928. WRM 1161. Foto: Rheinisches Bildarchiv Köln
  • Wilhelm Leibl (Köln 1844 – 1900 Würzburg): Alte Pariserin, 1869. Öl auf Mahagoni, 81,5 x 64,5 cm. Erworben 1911. WRM 1169. Foto: Rheinisches Bildarchiv Köln
    Wilhelm Leibl (Köln 1844 – 1900 Würzburg): Alte Pariserin, 1869. Öl auf Mahagoni, 81,5 x 64,5 cm. Erworben 1911. WRM 1169. Foto: Rheinisches Bildarchiv Köln
  • Adolf Menzel (Breslau 1815 – 1905 Berlin): Gewitter am Tempelhofer Berg, 1846. Öl auf Papier, auf Pappe aufgezogen, 31 x 47 cm. Erworben 1914 als Geschenk des Museumsvereins. WRM 1126. Foto: Rheinisches Bildarchiv Köln
    Adolf Menzel (Breslau 1815 – 1905 Berlin): Gewitter am Tempelhofer Berg, 1846. Öl auf Papier, auf Pappe aufgezogen, 31 x 47 cm. Erworben 1914 als Geschenk des Museumsvereins. WRM 1126. Foto: Rheinisches Bildarchiv Köln