Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud
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FRANÇOIS BOUCHER

Mehr vielleicht als jeder andere Maler wird François Boucher (Paris 1703 – 1770 Paris) mit dem Stil des französischen Rokoko in Verbindung gebracht. Sicherlich war er einer der produktivsten Künstler seiner Generation, arbeitete in nahezu jedem Medium und widmete sich so gut wie jedem Genre. Seine Kunst wurde rege in Stichen reproduziert und fand so weite Verbreitung in ganz Europa.

Seit 1734 war Boucher Mitglied der Akademie in Paris. Als Günstling der Marquise de Pompadour wurde er früh vom Hofe gefördert und avancierte 1765 zum Ersten Maler des Königs. Boucher hatte ein besonderes Talent, seine Kunst zu vermarkten; unter anderem schuf er auch kunstgewerbliche Entwürfe für Porzellan und Tapisserien. Des Künstlers Vorliebe für malerische Delikatesse und koloristischen Reiz machten seine Kunst besonders geeignet für die Interieurs des Rokoko. Erst spät in seiner Karriere, als dieser Stil aus der Mode geriet, sollten ebendiese dekorativen Qualitäten seiner Malerei zur Zielscheibe der Kritik werden. Denis Diderot, dessen Haltung gegenüber Bouchers Schaffen durchaus ambivalent war, schrieb in seiner Rezension zum Pariser Salon des Jahres 1761: „Dieser Mann ist zu allem befähigt – mit Ausnahme der Wahrheit.“