Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud

Vom Adel der Malerei


Ganz anders als im „Goldenen Zeitalter“ (Saal 4) präsentiert sich die holländische Malerei am Ende des 17. Jahrhunderts: Kein breiter Pinselstrich ist stehen geblieben wie man ihn von der individuellen Handschrift Rembrandts oder des Frans Hals kennt. Hier ist die Farbe stets fein vertrieben, die Oberfläche glatt, der Auftrag von minutiöser Detailgenauigkeit.

Auch die Themenwahl zeugt von einem anderen Geist, der nun durch Auftraggeber aus Adel oder städtischem Patriziat geprägt ist: Weniger Bauern und Bürger, Land und Leute bestimmen das Motiv. Jetzt sind es vor allem Themen der klassischen Antike und der Poesie, für die man Vorlieben hegt. Die Kunst am Jahrhundertende steht im Zeichen von gebildetem Geist, Repräsentationswunsch und Eleganz. Bedingt durch die französische Besatzung und den Zustrom von Hugenotten kam die höfische Lebensart nach französischem Vorbild in Mode.

Diese Malerei, die von technischer Perfektion zeugt, wird gering geschätzt seit Rembrandt als Genie gefeiert wurde. Das galt von etwa der Mitte des 19. Jahrhunderts an  bis heute. Dieser Saal soll der Epoche ihren „adeligen“ Rang zurückgeben, den sie das gesamte 18. Jahrhundert hindurch behauptet hatte. Wie die Qualität der Bilder zeigt, war dies eine Stellung, die sie mit großem Recht einnahm.

  • Gerrit Dou (Leiden 1613 – 1675 Leiden): Alte Frau mit Kerze, 1661. Öl auf Eichenholz, 31 x 23 cm. Erworben 1936 mit der Sammlung Carstanjen. WRM 2569. Foto: Rheinisches Bildarchiv
    Gerrit Dou (Leiden 1613 – 1675 Leiden): Alte Frau mit Kerze, 1661. Öl auf Eichenholz, 31 x 23 cm. Erworben 1936 mit der Sammlung Carstanjen. WRM 2569. Foto: Rheinisches Bildarchiv
  • Nicolaes Pietersz. Berchem (Haarlem vor 1620 – 1683 Amsterdam): Italienische Landschaft mit Hirten und Herde, um 1670. Öl auf Holz, 93,5 x 113 cm. Erworben 1974. WRM 324. Foto: Rheinisches Bildarchiv
    Nicolaes Pietersz. Berchem (Haarlem vor 1620 – 1683 Amsterdam): Italienische Landschaft mit Hirten und Herde, um 1670. Öl auf Holz, 93,5 x 113 cm. Erworben 1974. WRM 324. Foto: Rheinisches Bildarchiv
  • Gerard de Lairesse (Lüttich 1640 – 1711 Amsterdam): Die Vertreibung Heliodors aus dem Tempel, 1674. Öl auf Leinwand, 89 x 77 cm. Erworben 2007. WRM 3646. Foto: Rheinisches Bildarchiv
    Gerard de Lairesse (Lüttich 1640 – 1711 Amsterdam): Die Vertreibung Heliodors aus dem Tempel, 1674. Öl auf Leinwand, 89 x 77 cm. Erworben 2007. WRM 3646. Foto: Rheinisches Bildarchiv
  • Jan van Neck (Naarden 1634/35 – 1714 Amsterdam): Die Apotheose des Aeneas, 1683. Öl auf Holz, 50 x 73 cm. Leihgabe aus Privatbesitz. WRM Dep. 579. Foto: Rheinisches Bildarchiv
    Jan van Neck (Naarden 1634/35 – 1714 Amsterdam): Die Apotheose des Aeneas, 1683. Öl auf Holz, 50 x 73 cm. Leihgabe aus Privatbesitz. WRM Dep. 579. Foto: Rheinisches Bildarchiv
  • Pieter van der Werff (Kralinger-Ambacht 1665 – 1722 Rotterdam): Granida und Daifilo, 1711, Öl auf Holz. 37 x 29 cm. Leihgabe des Vereins der Freunde des Wallraf-Richartz-Museums und des Museums Ludwig e.V. WRM Dep. 478. Foto: Rheinisches Bildarchiv
    Pieter van der Werff (Kralinger-Ambacht 1665 – 1722 Rotterdam): Granida und Daifilo, 1711, Öl auf Holz. 37 x 29 cm. Leihgabe des Vereins der Freunde des Wallraf-Richartz-Museums und des Museums Ludwig e.V. WRM Dep. 478. Foto: Rheinisches Bildarchiv