Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud
header

VISION DES ARCHITEKTEN

Jakob Ignaz Hittorff
Innenansicht der Kirche St.-Vincent-de-Paul in Paris
, 1833

Der in Köln geborene Jakob Ignaz Hittorff war neben Georges-Eugène Haussmann (1809 1891) der Architekt und Stadtplaner, der das städtebauliche Bild von Paris als Weltmetropole am nachhaltigsten geprägt hat. Von ihm stammt die Konzeption der berühmten Straßenachse von der Place de la Concorde über die Champs-Élysées bis hin zur Place de l’Étoile (heute Place Charles-de-Gaulle). Zu seinen wichtigsten Einzelbauten gehören der Gare du Nord und die Kirche St.-Vincent-de-Paul. Mit ihrer Planung wollte Hittorff nach dem Vorbild römischer oder frühchristlicher Basiliken ein architektonisches Gesamtkunstwerk verwirklichen.

Als die Kirche im Jahr 1844 eingeweiht wurde, feierte man sie als das bedeutendste moderne Bauwerk in Paris. Aber erst im Sommer 1848 erlangte Hittorff die Genehmigung, die Innenausstattung des Kirchenraumes in Angriff zu nehmen. Mit der malerischen Ausgestaltung, die Bezug nahm auf Hittorffs intensive Auseinandersetzung mit der Farbigkeit der antiken Architektur, wurden die Maler François-Édouard Picot und Hippolyte Flandrin beauftragt.

Hittorffs Entwurf des Kircheninnenraums zeigt den Blick aus der Apsiskapelle durch den Chorumgang auf den Hauptaltar; dahinter erstreckt sich das Langhaus bis zur Innenseite der Eingangsfront. Die teils nachträglich eingefügten Figuren geben der Szenerie Tiefe und Lebendigkeit. Man erkennt den Reichtum und die streng geordnete Vielfalt des Bild- und Ornamentprogramms. Perspektive, Lichtführung und Farbgebung des Entwurfs verschaffen einen grandiosen Gesamteindruck, der heute noch vor Ort überprüft werden kann.

Jakob Ignaz Hittorff (Köln 1792 – 1867 Paris): Innenansicht der Kirche St.-Vincent-de-Paul in Paris, DATIERUNG, Feder über Bleistift, Aquarell auf Vergé, 60,3 x 83,8 cm. Erworben 1896 (Nachlaß J. I. Hittdorff), WRM Z 2400

Jakob Ignaz Hittorff
Köln 1792 1867 Paris

Innenansicht der Kirche St.-Vincent-de-Paul in Paris
1833, Feder über Bleistift, Aquarell auf Vergé, 60,3 x 83,8 cm
Erworben 1896 aus dem Nachlaß von Jakob Ignaz Hittdorff
WRM Z 2400