Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud
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A STAR IS BORN

Lucchesisch
Thronende Madonna mit dem Kind
, um 1250 – 1260

Das älteste Bild im Museum markiert die Entstehung eines neuen Madonnentypus, der die nachfolgenden Malergenerationen nachhaltig beeinflusste. Oft werden Sie hier im Museum Madonnen sehen, die diese neue Komposition aufgreifen und variieren. Das Bahnbrechende an diesem Gemälde ist die raffinierte Zusammenführung zweier altüberlieferter byzantinischer Madonnentypen: der stehenden, oft nur halbfigurig dargestellten Maria mit Christuskind auf dem linken Arm („Hodegetria“) und der sitzenden, das Kind frontal auf dem Schoß präsentierenden Muttergottes („Nikopoia“). Ursprünglich handelte es sich bei der „Nikopoia“ (der „Siegbringenden“) um ein Kultbild, das der spätrömische Kaiser Justinian in seinen Schlachten mitführte. Auch dieses Werk aus der italienischen Stadt Lucca mag als Kultbild herumgetragen worden sein, wenngleich kaum im kriegerischen Kontext, sondern vielmehr bei kirchlichen Prozessionen.

Lucchesisch, um 1250 – 1260: Thronende Madonna mit dem Kind, Leinwand auf Pappelholz, 104 x 63 cm. Erworben 1968 als Leihgabe der Familie Neven DuMont, Köln. Inv. Nr. WRM Dep. 0319. Foto: Rheinisches Bildarchiv.

Lucchesisch,
um 1250 1260

Thronende Madonna mit dem Kind
Leinwand auf Pappelholz, 104 x 63 cm
Erworben 1968 als Leihgabe der Familie Neven DuMont, Köln
Inv. Nr. WRM Dep. 0319
Foto: Rheinisches Bildarchiv Köln