Bis heute gilt der Gründer der Mainzer Kunstakademie Joseph Ignaz Appiani (1706 – 1785) als ein wichtiger Freskenmaler des Rokoko. Als Zeichner ist er soweit unbekannt. Dank eines außergewöhnlichen Fundes kann das Wallraf aber nun auch diese Seite beleuchten und lädt unter dem Titel „Abenteuer Appiani“ zu einer detektivischen Entdeckungsreise ein: Forscher fanden mehr als 200 Zeichnungen in der reichen Graphischen Sammlung des Kölner Museums, deren eigentliche Zuschreibung sie misstrauisch machte. Die Ausstellung zeigt nun erstmals eine Auswahl dieser neuen Schätze und erzählt davon, wie intensiv geforscht werden musste, um die Blätter eindeutig Joseph Ignaz Appiani zuschreiben zu können. Erst nach aufwendigen Recherchen in Archiven, Sammlungen, Kirchen und Schlössern war es möglich, die namenlosen Arbeiten einigen bekannten Appiani-Fresken zuzuordnen. Eindrucksvoll belegen die Vorzeichnungen dabei, wie detailliert der Rokokokünstler seine Wand- und Deckenmalereien vorbereitete. Hierzu zählen die Fresken in der Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen, im Dom zu Arlesheim (bei Basel), auf Schloss Seehof (Sommerresidenz der Bamberger Bischöfe) und im Neuen Schloss in Meersburg.


Aber auch umgekehrt gelang es mit Hilfe der Kölner Blätter eine überraschende Neuzuschreibung vorzunehmen: Die Zeichnungen beweisen nämlich, dass die großen Fresken im Schloss Hauteville am Genfer See von Appiani stammen. Aus all diesen Ergebnissen lassen sich in der Zusammenschau zudem ganz neue Rückschlüsse hinsichtlich der künstlerischen Ausbildung des Rokokokünstlers ziehen, wie in der Ausstellung zu sehen sein wird. „Abenteuer Appiani“ ist eine spannende Entdeckungsreise entlang unbekannter Schätze. Sie führt die Besucher*innen hinter die Kulissen der Wissenschaft und macht detailreiche Forschungsarbeit für ein breites Publikum erlebbar.