Lebenslauf

1748
Geboren am 20. Juli in Köln als Sohn des Schneidermeisters Kaspar Wallraf und dessen Frau Anna Elisabeth, geb. Nettersheim

ab 1760
Besuch des Gymnasiums Montanum. Am 25. Februar 1763 Tonsur und die ersten vier Weihen

1765
Immatrikulation an der Universität Köln und als Logicus am Gymnasium Montanum.Studienabschlüsse „Baccalaureus artium“ (1. Februar 1766) und „Magister Artium“ (26. Februar 1767)

1769
Professor am Gymnasium Montanum. Förderung durch den Mediziner Prof. Georg Menn und dessen Frau Dorothea. Bekanntschaft mit dem Künstler Caspar Bernhard Hardy und dem Sammler Baron von Hüpsch

1772
Weihe zum Subdiakon (15. November) und Priesterweihe (19. Dezember). Beginn des Medizinstudiums

1778
Baccalaureus der Medizin (1. Juni). Dissertation mit dem Titel Über das Feuer und seine Verbindungen

1779
Veröffentlichung des Gedichts Hymnus an die Natur

1780
Lizentiat der Medizin (3. August)

1782
Mitglied der Freimauerloge der Rosenkreuzer

1783
Mehrmonatige Bildungsreise nach Süddeutschland, ermöglicht durch den Domprobst Franz Wilhelm von Oettingen-Baldern und Wallenstein. Erstes Testament (22. April)

1784
Kanonikat an der Kirche St. Maria im Kapitol. Lehrstuhl für Botanik an der Medizinischen Fakultät. Beginn der Vorlesungstätigkeit. Aufbau seiner Sammlung zu Lehrzwecken

1786
Denkschrift Entwurf zur Verbesserung des stadtkölnischen Schulwesens. Ernennung zum Professor der Botanik, Naturgeschichte und Ästhetik (23. Oktober). Feierliche Antrittsvorlesung (14. November)

1788
Doktor der Medizin (18. November). Dissertation mit dem Titel Über die Fortschritte der Medizin aufgrund der Verbindung mit dem Studium der Naturgeschichte (nicht erhalten)

1789
Wohnsitz in der Alten Dompropstei, wo Teile seiner Sammlung ausgestellt werden. Ausschluss aus dem Gymnasium Montanum und der Artistenfakultät

1793
Rektor der Universität zu Köln

1794
Am 6. Oktober wird Köln von den Französischen Revolutionstruppen kampflosbesetzt. Überführung der Sammlungen aus dem ehemaligen Jesuitenkolleg sowie der Kreuzigung Petri von Peter Paul Rubens nachParis

1795
Wallraf verfasst zusammen mit Bürgermeister DuMont eine Rede, die dieser am19. März vor dem Nationalkonvent in Paris vorträgt, u. a. wendet man sich gegen hohe Reparationszahlungen. Wiedereintritt in das Gymnasium Montanum. Kanonikat an St. Aposteln

1797
Verweigerung des Eides auf die neue Verfassung (11. Dezember). Daraufhin Amtsenthebung als Rektor der Universität (27. Dezember)

1798
Schließung der Universität, stattdessen Gründung einer Zentralschule (école centrale). Ernennung Wallrafs zum Professor der belles lettres et beaux arts (1. November)

1799
Treueeid auf die Französische Republik (21. Januar)

1801
Friede von Lunéville (9. Februar). Eingliederung der linksrheinischen Gebiete in das Französische Reich. Auflösung der meisten Kölner Klöster und Stifte infolge der Säkularisation. Wallraf nimmt Kontakt mit Goethe auf

1804
Persönlicher Kontakt zu Friedrich Schlegel, der sich seit Mai 1804 in Köln aufhält. Im September Besuch Napoleons in Köln. Wallraf verfasst eine Vielzahl von Inschriften auf den Kaiser

1805
Schlegel bespricht die wallrafsche Gemäldesammlung in der Zeitschrift Europa. Neben einer Sekundärschule 1. Grades (école primaire) wird eine weiterführende Sekundärschule 2. Grades (école supérieure) in Köln eingerichtet, an der Wallraf den Lehrstuhl für die Schönen Wissenschaften erhält (bis 1814)

1807
Wallraf bietet der Stadt Köln seine Sammlung, die zu Teilen im Jesuitenkolleg ausgestellt ist, als Stiftung an

1809
Gestaltung des neuen Stadtfriedhofs auf Melaten

1810
Ein erstes Verzeichnis der Gemälde- und Mineraliensammlung liegt vor

1811
Auftrag, für die deutschen Straßennamen Kölns französische Namen zu finden

1812
Aufenthalt Wallrafs in Paris

1814
Abzug der Französischen Besatzungstruppenaus Köln. Die Denkschrift über die Verluste Kölns durch die Franzosen erscheint

1815
Goethe besucht Köln und die wallrafsche Kunstsammlung. Feierliche Rückführung der Kreuzigung Petri von Rubens nach St. Peter

1816
Zweites Testament (25./26. Mai), in dem die Sammlung der Stadt vermacht wird. Erstellung eines Teil-Inventars der Sammlung. Wallrafs Beschreibung des Altars der Stadtpatrone von Stefan Lochner erscheint

1818
Letztes Testament vom 9. Mai, in dem Wallraf die Stadt Köln als Erbe seiner Sammlung einsetzt. Schwere Erkrankung

1823
Anlässlich seines 75. Geburtstags am 20. Juni öffentliche Jubelfeier und Verleihung der „Bürgerkrone“. Wallraf wird zum „Erzbürger“ der Stadt ernannt

1824
Nach einem Schlaganfall stirbt Wallraf am 18. März und wird am 22. März auf dem Melatenfriedhof begraben. Ein Nachlass-Inventarwird erstellt

1825
Eine städtische Kommission beschließt, die Kunstsammlung Wallrafs in den alten Kölner Hof in der Trankgasse Nr. 7 zu überführen. Zwei Jahre eröffnet das Wallrafianum als erstes städtisches Museum

1861
Fertigstellung des neuen Wallraf-Richartz-Museums

 

 

Quellen: Wallraf digital; Johannes Ralf Beines, „Plastik und plastisches Kunstgewerbe in Köln: Künstler, Kunsthandwerkerund Produzenten“, unter: Wallraf, Ferdinand Franz, Köln 2018 (in Vorbereitung)